Bei allen Deutschen jeder Zeit stand obenan die Gastlichkeit. Aus diesem sehr probaten Grunde errichtete zu guter Stunde Herr Gustav Franke mit Elan den „Kaiserhof“ unweit der Bahn. |
19.12.1893
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Am Karlsplatz reckte sich’s Hotel, das seiner Zeit sehr gut und schnell entstand auf Anhalts Färberei’n. Jedoch erwies sich bald zu klein der „Alte Kaiserhof”. Darum sah man sich nach was Bessrem um. Herr Franke, als ein kühner Mann, rückt näher an die Bahn heran. Bald reckte sich der Bau empor vorm alten Nicolaitor. |
19.12.1897
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Herr March, Geheimrat aus Berlin, der formte ein Gebäude kühn, wie man als Gasthof in der Stadt dergleichen nicht gesehen hat. Modern und praktisch draus, wie drinnen, geschmackvoll bis zu Giebels Zinnen. So stand der Bau am Goldberghügel. Zwei Jahre drauf, da ward der Flügel nach Süden weiter angefügt, |
1899
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der an der Bahnhofstraße liegt. Und unten tief im Mauergrund da gab’s für Kenner einen Bund; im „Kaiserkeller”, froher Miene zecht man wie in der „Schiffskabine”. Ein Lustrum später, eins, zwei, drei, |
1904
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kauft man die Heß’sche Bäckerei; auf das an Raum nicht Not noch Qual für Gustav Frankes Personal. Das der Verkehr nicht stockend loof’ ersteht nun bald ein Wirtschaftshof. |
1908
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Er war auch wirklich schon sehr nötig, nicht weit vom alten „Klein-Venedig”. Acht Jahre sind ins Land gedrungen, da ist ein großer Wurf gelungen. Nach manchem Müh’n und heißem Sturm gab sich der „Nikolaiturm” in Franke’schen Schutz. Zur Weihnachtszeit ward „Turm” und „Schänke” froh geweiht. |
19.12.1912
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Wo einst die Wacht mit grimmen Streiten den Feinden tät Verdruß bereiten, Wo dann in des „Gewahrsams” Engen der Büttel mußt den Bürger zwängen, dort sitzt man nun ganz ohne Bängnis im urfidelen „Turmgefängnis”. Diskret erklingt dazu Musik, man fühlt den Hauch von nahen Glück. Derweil am Tisch die Becher kreisen; und Küch’ und Keller hört man preisen. Verlangst du nach Beschaulichkeit, so ist nicht fern die Baulichkeit, in der man fühlt sich wie zu Hause; das ist die "Nicolai-Klause". Dort folgt man Deinen Wünschen willig, die Preise da sind mehr als billig. Dem Gaste man das Beste bietet, wenn Schäfer seine Lämmchen hütet. Der Ruf der Schenke und der Klause scholl weit ins Reich mit Ruhmgebrause, und aus den deutschen Landen allen sah man die Prominenten wallen; zum Beispiel: Reger, Lindau, Scholz, die warn aus echtem deutschen Holz! Da gab es manchen Rebesturm im Kaiserhof, im alten „Turm”. Sehr interessant ist der Befund, wie vieler Herren war der Grund, auf den man da gebauet hat. Der Staat, die Stadt und auch privat! Bis endlich nach viel Wortentleerung geschah der schweren Frage Klärung: insofern der Gemeinderat nach wildem Streit beschlossen hat nach Schreibgetös’ und Phrasenraufen: Die Schänke endlich zu verkaufen. |
19.12.1918
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Da lachte selig Gustav Franke und sagte: „Meine Herrn, ich danke!” Im gleichen Jahr’ ward nichts verdorben als Trömels Fleischerei erworben; und auch vom nahen Farbenwerke nahm man mit Mut und Lust und Stärke den Grund zu neuen Autohallen, die jedem Auge wohl gefallen. |
1925
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Sie sind modern und auch sehr nah’ und jeder Autler meint Ja! Als guten Schritt auf tät’ger Bahn, den hat Herr Franke längst getan, |
1926
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indem nach Krieg und Inflation er in die Tiefe zog davon. Und pflanzte auf das alt’Panier: „im tiefen Zwinger sitz ich hier”. Wo einst der Feind mit mächt’gen Streichen im Zwinger zwang schnell zu entweichen die Eisenacher Bürgerwehr, dort sitzt man gut, bei meiner Ehr’! Und wer vom Lebenszweck durchdrungen, der hat im Zwinger es gezwungen. | |